Leitfaden und Instrumente

Bestimmung und Leistung rutschfester Systeme

Ausrutschen und Stürze auf Fußböden sind die dritthäufigste Ursache von Arbeitsunfällen und die zweithäufigste im privaten Bereich und in der Freizeit.

„In Italien spiegeln die Statistiken den europäischen Trend wider, und Stürze auf den Boden - am Arbeitsplatz - stellen mit etwa 15 Prozent aller bekannten Unfälle die drittgrößte Unfallursache in allen Produktionsbereichen dar. Stürze auf den Boden verursachen auch schwere Verletzungen bei Arbeitnehmern mit einer durchschnittlichen Fehlzeit von 38 Tagen, eine Dauer, die nur von Stürzen aus der Höhe und Handverletzungen (47 bzw. 49 Tage) übertroffen wird.“ So heißt es in der Broschüre „Bewertung des Sturzrisikos“, die aus dem Projekt „MiSP: Messung der Rutschhemmung von Bodenbelägen und Sturzrisiko am Arbeitsplatz“ entstanden ist, eine wissenschaftliche Studie, die vom Labor für angewandte und experimentelle Ergonomie (LEAS) der Fakultät für Architektur der Universität Federico II in Neapel durchgeführt wurde.

Für den schicksalhaften „Fehltritt“ gibt es eine Vielzahl von Faktoren, von denen einige subjektiv sind und sich nur schwer beseitigen lassen, da sie von spezifischen, vorübergehenden Zuständen abhängen, die von Person zu Person unterschiedlich sind.

Viele der erfassten Unfälle ereignen sich jedoch, weil objektive Faktoren in der Entwurfsphase weitgehend unterschätzt werden, d. h. es fehlt sehr häufig von vornherein eine sorgfältige Bewertung und angemessene Gestaltung jener Flächen, die der häufigsten Tätigkeit des Menschen ausgesetzt sind: dem Gehen auf ebenem Boden. In diesem Sinne sind rutschhemmende Beläge eines der Mittel für eine wirksame Sturzprävention. Das ist nicht genug. Die Rutschfestigkeit hängt neben der Wahl des Bodenbelags auch von der Sauberkeit und der Abnutzung des Bodens ab. Zur Vermeidung von Unfällen sind daher auch korrekte Verfahren zur Bodenreinigung und -pflege wichtig. Die hier gemachten Überlegungen richten sich daher an alle Fachleute, die auf verschiedene Weise an der Gestaltung und Nutzung des Belags beteiligt sind: Bauherren, Planer, Hersteller von Bodenbelägen, Sicherheitsbeauftragte, Hausverwalter, Reinigungsunternehmen und Endverbraucher.